Produkt Test: Shaman Racing - Commander Enduro Kettenführung

Produkt Test: Shaman Racing - Commander Enduro Kettenführung

Kurbeln mit Getrieben sind aus den Specs vieler Hersteller fast wieder verschwunden. Somit sind schaltbare Kettenführungen gefragt. Hier eine von Shaman Racing für das kleinere Budget.

Ich habe euch, eine leichte schaltbare Führung der höheren Preisklasse bereits letztes Jahr vorgestellt und ausführlich getestet. Für diese Saison war eine nicht allzu teure Führung mit interessanten Features an der Reihe.

Das Produkt

Der Commander Chain Guide wurde für dies Saison 2011 ganz neu designed. Die Rückplatte ist aus Carbon, um das Gewicht so niedrig wie möglich zu halten. Es gibt zwei verschiedenen Arten der Montage. Einmal mittels ISCG Aufnahme, wobei es hier für die beiden existierenden Standards unterschiedliche Rückplatten gibt, und ein Mal mittels Klemmung am Tretlager.

Shaman Racing empfiehlt den Commander mit dem dazugehörigen Rockring zu montieren. Dank dem flip X flop-System kann man an den Commander aber auch einen Bumper schrauben, die nötigen Bohrlöcher sind vorhanden.

Technische Details:

  • Kurbeln:   104 mm Lochkreis, 4 Arm
  • Material:   Carbon Rückplatte
  • Größe:  32 -42 Zähne
  • Gewicht:  60g
  • Versionen:  ISCG, ISCG 05, BB
  • Farbe:  Carbon
  • Einsatz:  2-fach Enduro, Freeride, Bike Park
  • Kompatibilität: funktioniert mit jedem 2-fach Antrieb
  • Preis:   59,00 €

Test Setup:

Ich konnte die Version mit ISCG 05 testen. Auf einer Race Face Deus XC 2-Fach Kurbel, mit 24 und 36 Zähnen.
Im Lieferumfang enthalten waren Spacer Ringe, die ich gewohnt war zu brauchen. Jedoch nicht diesmal, die Carbon Rückplatte ist außerordentlich dick so benötige ich keine Distanz Ringe. Beim andrehen der Schrauben in die ISCG Aufnahme, ist Vorsicht geboten. Etwas weniger als Handfest muss reichen, da die Senkkopf Schrauben sonst das Carbon so auseinander drücken, dass es die Rückplatte sprengt.
Bei der Distanz zwischen Rückplatte und kleinen Kettenblatt bleibt nicht viel Spielraum. Ich habe sogar die Schrauben mit denen das Kettenblatt befestigt war etwas flach gefeilt, da sie sonst gerieben hätten.

Am Ende hat es aber gepasst, im großen Gang lief die Kette schön in der Rolle über das Silent Pulley und im kleinen Gang über die Erhöhung an der Innenseite der Rolle.

Verarbeitung

Dass der Commander in der Anschaffung nicht grade teuer ist, sieht man auch. Die Kanten der Rückplatte sind rau und nach Gebrauch sollte man aufpassen, dass man sich nicht Carbonsplitter einfängt. Die verwendeten Schrauben für das Pully, sowie der Gewindeeinsatz sind nicht grade hochwertig. Es hält die Rolle aber zumindest an seinem Platz.

Dir Rückplatte selbst ist ziemlich leicht. Die Rolle mit den Lagern und Schrauben macht hier das meiste Gewicht aus.

Der Bashguard, in schlichten Weis ist aus Aluminium. Für mein Setup bei 36 Zähnen war er groß genug. Und erfüllt sicher seine Funktion.



Erster Eindruck

Nachdem ich bei der Montage, wie oben schon beschrieben etwas improvisieren musste, funktionierte alles. Die Kette wechselte beim Schalten  anstandslos vom Führungskanal der Rolle auf die Lauffläche nahe der Rückplatte. Geführt vom großen Kettenblatt erzeugt die Kette so gut wie kein Geräusch, der Gummiring im Führungskanal erfüllt seine Aufgabe.
Etwas anders ist das beim kleinen Kettenblatt. Hier wird die Kette „rein“ über das Plastik geführt und das hört man. Das Geräusch ist nicht störend. Lauter wird’s wenn man mit dem kleinen Kettenblatt vorne in schwerere Gänge hinten wechselt. Dadurch dass der Führungskanal deutlich tiefer liegt als die Lauffläche für das kleine Kettenblatt, fängt die Kette an, irgendwann über die Kante zu laufen, wobei sie eine Schrägstellung einnimmt, das wiederum lauter zu hören ist. 
Beim Downhill, schlägt die Kette sowieso immer, der Commander hält sie  aber an Ort und Stelle. 

Funktionalität

Bei den ersten Ausfahrten mit dem Commander konnte ich über nichts klagen, sowohl im Downhill, als auch beim Hochtreten musste ich mir keine Gedanken machen.
Der Sommer, ihr wisst es alle, war heuer immer wieder feucht und dreckig, und so blieb es nicht aus, dass sich der Commander bei den schlimmsten Bedingungen beweisen musste. Hier hat es sicher keine Kettenführung leicht. Denn sie bekommt so die meiste Feuchtigkeit und den meisten Dreck ab.
Auch regelmäßiges Waschen bleibt nicht aus.
Dabei hat der Commander kläglich versagt. Nach insgesamt nur sehr wenigen Betriebstunden, einige bei Regen und Dreck drehte sich die Führungsrolle keinen Millimeter mehr.
Das kann ja mal passieren, ich baute also die Lager aus, reinigte sie gründlich und fettete alles neu. Die Rolle also lief wieder. Nach erneuten zwei Tagen am Bike wieder das gleiche Spiel. Die Rolle saß fest. Diesmal kam für mich nur mehr die Demontage in Frage.


Resumeé 

Die leichten Schwierigkeiten bei Montage, durch die nicht sehr gut überlegte Dimensionierung der Rückplatte, wäre nicht das große Problem gewesen. Der Commander hat im Neuzustand eine sehr gute Arbeit verrichtet. Allerdings ist die Lebensdauer der Lager, oder schlicht deren schlechte Qualität unzumutbar. Auch wenn eine Kettenführung günstig ist, so sollte sie doch funktionieren. Der Deutsch Professor hätte geschrieben: „Thema verfehlt, setzten 5“.
Man könnt freilich die Lager durch neue und bessere ersetzten, worauf man annähernd so viel bezahlen würde wie für die ganze Führung.
Deshalb ist der Commander, so wie ich im Test hatte, nicht zu empfehlen.
Commander mit ISCG 05, schaltbare Kettenführung Aufnahme für einen Bumper

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Eure Bewertung:  
ketis
und wenn man dann noch sieht, dass wenn man das röllchen verliert...ja trotz schraubensicherung passiert -.-...im vk man sich schon fast ne neue KeFü kaufen kann.
steven
Ich habe zwar eine Eigenbau Carbonplatte, doch die Rolle von Shaman und die Lager sind einfacher Standard. Zwei Lager der besten SKF Qualität kosten knapp 5€ in jedem Lagershop.. Die Lager von Shaman kann man gleich weg werfen.
Empire
Okay, was jetzt?
Ich brauche eine neue KeFü.
Ich habe das Problem, dass ich bei meiner immer mal aufsetze und sie dabei verbiege.
Ist das einfach so oder liegt dies an der tiefen Kettenstrebe?
Welche wäre eine Alternative?
Das Bike ist ein Cube Hanzz.

MfG Empire
Alex Ganster
Hi Empire,

Habe mir das Hanzz angesehen, und es scheint so, dass die Kettenstrebe schon sehr tief sitzt. So lässt sich die Führungsrolle gar nicht so positionieren, dass Der Bashguard der Kurbel tiefer sitzt. Dennoch solltest du bei einer annähernd kompletten Kompression des Dämnpfers nicht ausetzten.
Beim Überfahren von stufigen Hindernissen, kann das allerdings passieren. Dabei muss man seine Fahrweise adaptieren.

Ich denke es besteht aber auch die Möglichkeit, dass wenn du eine KeFü findest, bei der die Rolle auf einer "geschwungenen" Rückplatte sitzt, welche dann eine Montage ermöglicht, sodass der Bashguard der "tiefste" Punkt ist, das Problem gelöst wäre.

Beispiel: http://seasonality.mtbfreeride.tv/testberichte/artikel/1244/produkt-test...

Grüße

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